Back to the roots: Was steckt hinter der Paleo-Ernährung

Diäten sind das Top-Thema – am Anfang eines neuen Jahres und natürlich vor dem Start in die Sommersaison. Die meisten Menschen wollen abnehmen, mehr Sport treiben oder zumindest gesünder leben. Neu hinzu kommt: Der Wunsch nach einem nachhaltigerem Leben. Wir wollen die Umwelt weniger belasten. Gutes tun. Ich denke, das sind doch viel bessere Vorsätze, als schlicht und einfach auf Nahrung verzichten zu wollen. Vor allem, weil ich sowieso ein Freund von maßvollem Genuss bin. Eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit Sport ist meiner Meinung nach der richtige Weg in ein gesünderes, bewussteres Leben.

Dazu gehört für mich auch darauf zu achten, woher die Lebensmittel kommen, die ich konsumiere. Ich möchte eigentlich nichts zu mir nehmen, dass chemisch behandelt wurde. Ich setze auf Natürlichkeit und Nachhaltigkeit und zahle dafür auch gerne mehr für ein lokales Lebensmittel oder ein Bio- und Fair-Trade-Produkt.

Paleo – Was dahinter steckt und wie es funktioniert

Naturbelassene Lebensmittel stehen auch im Fokus der Paleo-Ernährung. Der Verzicht auf Getreide zählt außerdem zu den wichtigen Punkten dieser Ernährungsform. Die Anhänger der sogenannten Steinzeitdiät vermeiden oder ersetzen eine ganze Reihe von Lebensmitteln, die erst mit der Einführung von Ackerbau und Viehzucht für den Menschen verfügbar wurden. Für mich als absoluter Brotliebhaber wäre das also schwierig.

Die normale Standardernährung wird als nicht “artgerecht” betrachtet und die Paleo-Anhänger verbinden sie mit einer ganzen Reihe von Zivilisationskrankheiten wie z. B. Diabetes, Herzinfarkt und dem metabolischen Syndrom (Übergewicht durch Bauchfett, Fettstoffwechselstörung, Diabetes und Bluthochdruck).

Naturbelassene Lebensmittel ohne Geschmacksverstärker stehen auf dem Speiseplan, wie in der Steinzeit eben. Im Klartext: Paleo-Ernährung setzt auf Eiweiß aus Fisch und Fleisch, ist zuckerarm und lehnt auch Hülsenfrüchte sowie verarbeitete Wurst- und Fleischprodukte ab. Auch Milch(produkte) stehen nicht wirklich auf dem Speiseplan. Grund: Damals wurden keine Nutztiere gehalten, die man melken konnte.

Die gute Nachricht…

Neben dem ganzen Verzicht gibt es aber auch eine (wichtige) gute Nachricht: Es werden keine Kalorien gezählt. Geachtet wird lediglich darauf, dass der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Daher ist Paleo auch keine Diät, sondern eine langfristige Ernährungsumstellung. Diese kann man auch nur teil- oder zeitweise in seinen Alltag integrieren. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist gegen Pilze, (saisonales) Obst, Salat, Gemüse, Nüsse, Fisch, (hochwertiges) Fleisch und Eier nichts einzuwenden.

Paleo

Gesünder leben dank Paleo

Bereits 2008 erschien das BuchEin Mammut auf dem Teller?” des Ernährungswissenschaftlers Nicolai Worm. Im selben Jahr wurde bei Simulationsingenieur Balázs Bojkó aus München eine autoimmune chronische Darmentzündung diagnostiziert. 2011 stellte Bojkó seine Ernährung auf Paleo um und bekam die Krankheit in den Griff.  Die Verdauung wurde besser, Entzündungen wurden gehemmt, körperliche und geistige Fitness sowie die gute Laune kamen wieder. Aufgrund seiner Erfahrungen schrieb er das Buch “Einfach Paleo” und gründete die Website paleowelt.de.

Viele Rezepte und Infos über ihr nachhaltiges Leben stellen auch Michaela und Nico von Paleo360.de online. Seit 2012 sind sie überzeugt von der Paleo-Ernährung und versuchen den gesunden und nachhaltigen Lebensstil über die Website bekannter zu machen.

Michaela bekam mit Paleo ihre Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Hashimoto) in der Griff. Nico fand mit Paleo seine ideale Ernährung, nachdem er viel ausprobiert hatte (u.a. Low Carb und Intermittierendes Fasten). Mit der Ernährungsumstellung hat er seine Verdauungsprobleme, Schlafstörungen und den unausgeglichener Hormonhaushalt in den Griff bekommen.

Was du bedenken musst…

  • Das Ganze ist natürlich eine Kostenfrage, denn für Fleisch aus Weidetierhaltung, Fisch aus nachhaltigem Fang und Bio-Lebensmittel muss man schon tiefer in die Tasche greifen.
  • Restaurantbesuche werden schwierig.
  • Neben Getreideprodukten sind auch gepresste Öle tabu. Fette mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren wie Schmalz oder Talg sind ok. An pflanzlichen Ölen erlaubt sind Oliven- und Kokosöl.
  • Brot aus Eiern, Nüssen und Samen ist übrigens erlaubt.
  • Alles, was angebaut werden muss, ist nicht erlaubt (zumindest, wenn man es ganz streng nimmt). Dazu zählen auch Kartoffeln.
  • Tabu sind natürlich alle verarbeiteten Lebensmittel, Fertigprodukte und Junk Food.
  • Auf Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Bohnen wird verzichtet, weil sie hauptsächlich aus kurzgliedrigen Kohlenhydraten bestehen und nicht von jedem gut verdaut werden können (Stichwort Blähungen).
  • Paleo-Verfechter glauben, dass unser Verdauungssystem nicht gut mit industriell gefertigten Lebensmitteln mit vielen Kohlenhydraten und Ballaststoffen umgehen kann. Diese würden unseren Stoffwechsel stören und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck begünstigen.
  • Du musst Zeit investieren und dich mit dieser Ernährungsform auseinandersetzen, bevor du loslegst. Aber das machst du ja gerade schon ;) .
  • Bewegung nicht vergessen! Schließlich gehörte damals eine bewegungsintensive Jagd zum Leben dazu.

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Unser Fazit

Unter’m Strich lässt sich auf jeden Fall sagen, das es schon mal sehr gut ist, auf naturbelassene Lebensmittel zurückzugreifen und Fertiggerichte bzw. verarbeitete Lebensmittel zu meiden. Auch auf Weißmehlprodukte und zuckerreiche Lebensmittel zu verzichten, macht Sinn. Viel Gemüse, gutes Fleisch, Nüsse und Beeren sind nicht nur gesund, sondern auch lecker. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit der Ernährung auseinanderzusetzen und künftig einfach bewusster zu leben.

 

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Melanie Melzer
Melanie ist Content Managerin in der INTERSPORT Digital Unit. Ihre große Leidenschaft ist es, die Welt zu bereisen. Genau das hat sie auch 2 Jahre lang getan. Über ihre Erlebnisse berichtet sie auf ihrem Blog "travel2eat.de".
Melanie Melzer

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