Erlebnis Wandern: Mein Weg ins Kloster

„Das ist Outdoor. Da darf sich keiner beschweren“, so begrüßt mich Andreas Haindl, Organisator, zu unserem großen Outdoor-Testevent “Gipfeltreffen” in Oberammergau. Also gut, will ich mich mal nicht beschweren, dass ich wie ein begossener Pudel im Basislager stehe. Just zu meiner Ankunft hat ein Wolkenbruch die bayerische Hauptstadt der Passionsspiele erfasst. INTERSPORT ist mit dem Gipfeltreffen zum zweiten Mal hier Gast. 700 Teilnehmer und ich mittendrin.

DIMG_4239ie offizielle Eröffnung steigt im Passionstheater. Christian Stückl, Festspielleiter seit 1990, nimmt uns mit in die Geschichte der Passionsspiele. Wusstet ihr, dass nur gebürtige Oberammergauer mitspielen dürfen? Oder dass bereits am Aschermittwoch des Vorjahres der Aufführung (alle zehn Jahre) die Schauspieler aufgefordert werden, sich die Haare lang wachsen zu lassen und sich nicht mehr zu rasieren? Unglaublich, wie das ganze Dorf seine Passionsspieltradition lebt. Lange Zeit waren die Hauptrollen auch nur katholisch-gläubigen Oberammergauern vorenthalten. „Das hat sich inzwischen geändert. Heute halten wir einen evangelischen Judas aus“, amüsiert sich Stückl.

Und wenn wir schon mal bei Glaubensfragen sind, dachte ich mir, passt die Wanderung zum Kloster Ettal ja perfekt in mein Programm. Also packe ich meine Ausrüstung zusammen, Rucksack und Trinkflasche habe ich, Schuhe und regenfeste Kleidung leihe ich im Gipfeltreffen-Zelt der Outdoor-Marken. Will nicht noch einmal im Regen stehen.

Guide Elke begrüßt uns im Basislager und dann geht`s zusammen mit 17 Teilnehmern auf den Vogelherd-Höhenweg Richtung Ettal. Angenehm zu wandern, ohne ausgesetzte Kletterpassagen. Perfekt für mich, da ich nicht so ganz schwindelfrei bin. Von einem Teilnehmer höre ich zwar, dass er das gleiche Problem habe und gerade deshalb auf schwierige Gipfel hoch steige, um seine Angst zu überwinden, aber ich bleibe skeptisch, ob das wirklich hilft.

DIMG_4363a genieße ich doch viel lieber den herrlichen Blick, als das 700 Jahre alte Benediktinerkloster sich am Ausgang des Höhenweges quasi zu unseren Füßen liegend präsentiert. Die prächtige Basilika zieht einen sofort in den Bann. Heute ist das Kloster auch ein Wirtschaftsunternehmen mit rund 150 Mitarbeitern, angestellt im Klosterladen, im Internat, im Hotel oder der Schaukäserei. Ach ja, der durstige Wanderer kann sich selbstverständlich auch mit selbstgebrautem Ettaler Bier oder hausgebrannten Schnaps versorgen. Wir haben uns bei der anschließenden Führung eher geistig inspirieren lassen…

Über das Naturschutzgebiet Weidmoos und die Ettaler Mühle bringt uns Guide Elke schließlich an der Ammer entlang zurück zum Basislager. Was sagt der Kilometerzähler? Ein Teilnehmer hat seine GPS-Uhr scharf geschalten: 13 km sind wir auf der Tour insgesamt gewandert. Für den Einstieg zum Gipfeltreffen recht ordentlich, finde ich jedenfalls. Und das Wetter hat auch gehalten. Bis auf einen kurzen Schauer musste mein Testequipment nicht beweisen, was es unter Extrembedingungen eigentlich kann. Darüber war ich ehrlich gesagt ganz froh.

Fazit von mir: Oberammergau lohnt sich. Gipfeltreffen, ich komme wieder. Bis dahin werde ich weiter an meiner Outdoor- und Höhentauglichkeit arbeiten.

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Michael Steinhauser

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