French Open: König Nadal, andere Favoriten und unser Tennis-Best-of Roland Garros

Wenn sich ab dem 27. Mai die Tenniswelt zum zweiten Grand Slam des Jahres in Paris versammelt, stellt sich die Frage, ob Rafael Nadal seine unglaubliche Geschichte in Roland Garros fortschreiben oder ein anderer Spieler den “Matador” vom Thron stürzen kann. Es käme einer Revolution gleich, sollte ein anderer Spieler als “Rafa” Nadal am 10. Juni den “Coupe des Mousquetaires” in den Pariser Himmel strecken.

Französische Revolution oder “same procedure as (nearly) every year”?

“Nadal – der König des Sandplatztennis” – so könnte die Headline der französischen Sportzeitung “L’Équipe” nach dem Finale lauten. Vielleicht haben die Redakteure diese Zeilen auch längst verfasst. Zu übermächtig scheint die Form des Spaniers. Bei seinem Comeback im Davis Cup ließ er dem deutschen Team um Alexander Zverev nicht den Hauch einer Chance. Das Masters Turnier in Monte Carlo gewann er zum elften Mal und fast schon standesgemäß ohne auch nur einen Satz zu verlieren. In dieser Sandplatz-Saison steht bei “Rafa” nur eine Niederlage zu buche. In Madrid verlor er gegen Dominic Thiem im Halbfinale, nur um eine Woche später in Rom sein zweites 1000er dieser Saison zu gewinnen.

French Open: Wer Nadal gefährlich werden könnte

Nadal ist also bereit. Und die “Konkurrenz”?! Die sorgt für mehr Frage- als Ausrufezeichen. Andy Murray verletzt. Stan Wawrinka kehrte unlängst nach langer Verletzungspause zurück. Novak Djokovic – ein Schatten seiner selbst. Immerhin zeigte seine Formkurve in Rom wieder etwas nach oben. Roger Federer verzichtet, wie bereits im letzten Jahr, auf die komplette Sandplatzsaison.

Die “alten” Wegfährten Nadals scheinen aktuell keine Bedrohung für sein Pariser Königreich zu sein. Wobei man Jungs wie “Stan the man” oder den “Djoker” natürlich nie zu 100% abschreiben sollte. Aktuell sind aber wohl nur zwei Spieler auf der Tour ansatzweise befähigt, Nadal gefährlich werden zu können.

Ein Deutscher auf dem Vormarsch?

Die sogenannte “Next Generation” könnte in Paris für eine französische Tennis-Revolution sorgen. Dominic Thiem aus Österreich und der deutsche Alexander “Sascha” Zverev befinden sich beide in guter Verfassung. Sie duellierten sich zuletzt auf ansehnlichen Niveau im Finale beim ATP 1000 in Madrid. Mit dem bekanntlich besseren Ende für Zverev. Dieser forderte Nadal letzte Woche auch im Finale von Rom. Und auch wenn Nadal das bessere Ende auf seiner Seite hatte, ist Sascha wohl der Spieler, der Rafa aktuell das größte Kopfzerbrechen bereitet. Sowohl Thiem als auch Zverev setzen übrigens auf das dynamische Besaitungssystem S-M-F von INTERSPORT Tennis-Experte Frank Messerer. Ob das reicht, um König Rafa vom Thron zu stoßen?! Lassen wir uns überraschen!

 

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Was die Damen zu bieten haben

Bei den Damen ist die Gesamtsituation deutlich unübersichtlicher. Meine Suche nach der einen großen Favoritin endete erfolglos. Zum Favoritenkreis zählen aktuell wohl die Tschechinnen Petra Kvitova und Karolina Pliskova sowie die beiden Topspielerinnen im WTA-Ranking Simona Halep und Caroline Wozniacki. In guter Form befindet sich zudem die Ukrainerin Elina Svitolina. Nach ihrer Titelverteidigung in Rom, stehen die Chancen auf ihren ersten Grand-Slam-Titel alles andere als schlecht.

Die Namen von Vorjahressiegerin Jelena Ostapenko und Wimbledonsiegerin Garbine Muguruza werfe ich einfach mal so in den Raum. Nur damit wir darüber gesprochen haben. Für besondere Spannung sorgt auch das Grand-Slam-Comeback von Serena Williams. Nicht nur, weil man auf die Performance der Starspielerin gespannt sein darf. Nach ihrer Babypause gehört die Rekord-Grand-Slam-Siegerin (23 Titel, unglaublich diese Zahl!) nicht zu den gesetzten Spielerinnen. So kann es schon früh zu der ein oder anderen Partie zwischen ihr und einer der anderen Top-Spielerinnen kommen. Die Favoritinnen werden also gespannt auf die Auslosung schauen.

Und die Deutschen?

Kommen wir zu den deutschen Ladies. Julia Görges und Angelique Kerber kratzen an den Top-Ten der Weltrangliste. Diesen beiden ist aus dem deutschen Team sicher am meisten zuzutrauen. Na klar, Angies Form war auch schon mal beeindruckender. Dennoch hat sie die Qualität in die zweite Woche eines Grand-Slam-Turniers einzuziehen. Selbiges sollte auch für Görges das Ziel sein. Bei Carina Witthöft, Mona Barthel oder Andrea Petkovic setze ich auf das Prinzip Hoffnung. Daumen drücken, dass die Mentalität passt. Gerade Petko hätte das Potential, unglaublich gutes Tennis zu spielen.

Die Augen aller Tennisfans blicken in den kommenden beiden Wochen gespannt nach Paris. Das größte Sandplatzturnier der Welt ist bereit für ein weiteres Kapitel Sportgeschichte. Alors, bonne chance à tous!

French Open – Meine Highlights

No. 1:  Mein persönliches French Open Highlight ist Steffi Grafs letzter Sieg bei einem Grand Slam Turnier. 1999 – ich erinnere mich noch gut an ihr blau-weißes Outfit mit den drei goldgelben adidas-Streifen. In drei Sätzen gewann sie gegen Martina Hingis. Und mit meinen 11 Jahren durfte ich die größte Sportlerin, die dieses Land je hervorgebracht hat, nochmals auf der ultimativen Bühne des Sports siegen sehen. Unvergessen!

No. 2: Court No.1 – die Stierkampfarena. Einer der legendärsten Plätze im Tenniszirkus. Gefürchtet bei den Stars der Szene, geliebt von den Unterdogs. Nicht umsonst wird die Stierkampfarena auch “Friedhof der Stars” genannt. Mal schauen welcher Star dort dieses Jahr auf die Hörner genommen wird.

No. 3: Wusstest du, dass der Name Roland Garros von einem französischen Luftfahrtpionier stammt. Roland Garros starb im Luftkampf während des 1. Weltkrieges und erlangte zu dieser Zeit Heldenstatus. Seit 1927 tragen French Open seinen Namen. Außerdem benennt ein französischer Autokonzern bestimmte Modelllinien mit seinem Namen.

Der beste Blick auf das Turnier

No. 4: Lange wurde in Paris über einen Umzug diskutiert. Das Gelände im 16. Arrondissement ist das kleinste aller 4 Grand Slam Turniere. Zudem verfügt die Anlage über keinen komplett überdachten Platz. Was natürlich insbesondere den Fernsehanstalten nicht schmeckt. Jede Regenpause sorgt für eine Unterbrechung des Live-Bildes. Letztlich entschied man sich aber dafür, die Anlage im Westen der französischen Metropole zu erweitern und modernisieren. Auch ein Dach auf dem Centre Court ist für 2020 in Planung. French Open non-Stop könnte also bald Realität werden.

No. 5: Den besten Blick auf die French Open hat man natürlich direkt vor Ort. Auf dem Court Philippe Chatrier oder auf dem Suzanne Lenglen sind in der Regel die Stars der Szene zu finden. Auf den Außenplätzen sind die Tickets günstiger, und großes Tennis kann einem auch dort geboten werden.

Und wie schon gesagt: Für die ganz großen Momente ist in Paris die Stierkampfarena eine gute Adresse. Wer es nicht nach Paris schafft, ist bei Eurosport bestens aufgehoben. Ob mit oder ohne Player. Die wichtigsten Matches laufen in der Regel frei empfangbar auf Eurosport 1. Mit Matthias Stach steht zu dem ein wandelndes Tennislexikon vor dem Mikrofon. Seine Geschichten aus der Tenniswelt sind immer sehr unterhaltsam.

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Krischan Laeubin

Krischan Laeubin

Krischan ist Marketingreferent bei INTERSPORT. Seine Liebe für den Sport wurde ihm praktisch in Wiege gelegt. Als Kind startete er mit Tennis, Skifahren und Fußball. Wobei er dem Fußball am längsten die Treue hielt. Aktuell spielt er Golf, verfolgt aber das Sportgeschehen auf sämtlichen Courts, Stadien und Pisten dieser Welt. Gerne auch Live vor Ort.

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