Handschuh-Guide: Darauf kommt es beim Kauf an

Handschuhe sind eines der Top-Accessoires im Winter. Egal ob auf der Piste oder für den Stadtbummel – wir haben sie stets dabei, denn unsere Hände frieren schnell. Warum das v.a. bei Frauen so ist, was du beim Handschuh-Kauf beachten solltest und welche Handschuh-Typen es gibt – das alles verraten wir dir in diesem Beitrag.

Von kalten Händen können Frauen ein Lied singen – und Männer genauso, weil sie die kalten Frauenhände wärmen müssen. Warum ist das eigentlich so? Die meisten Frauen besitzen insgesamt weniger wärmende Muskeln als Männer und frieren deswegen schneller. Dazu kommt, dass Frauen oft einen niedrigeren Blutdruck haben und mit hormonellen Schwankungen kämpfen.

Nur bei 36 bis 37 Grad Celcius kann der Körper optimal funktionieren. Unser Immunsystem arbeitet effektiver, je höher die Körpertemperatur ist. Bei 37 Grad fühlen sich Erkältungsviren beispielsweise überhaupt nicht wohl.

In unseren Fingerspitzen befinden sich u.a. viele Kälte- und Wärmerezeptoren, die Informationen an das Thermo-Regulationszentrum in unserem Gehirn weitergeben. Der Erhalt der Körperkerntemperatur hat für unseren Körper oberste Priorität. Denn nur so können die lebenswichtigen Organe optimal versorgt werden. Wenn es nun also kalt ist und der Körper langsam auskühlt, fließt weniger Blut in unsere Arme und Beine. Die Differenz zwischen dem Körperkern und den Händen kann bis zu neun Grad Celcius betragen!

Handschuhe

Warum du deinen Körper nicht auskühlen lassen solltest

Damit du nicht auskühlst, solltest du dir also unbedingt Handschuhe anziehen. Die schützen dich nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Wind und vor der Sonneneinstrahlung. Wind zerstört die zentimeterdicke Luftschicht, die unsere Haut umgibt und in etwa die gleiche Temperatur wie unsere Haut hat. Unserem Körper wird dadurch Wärme entzogen.

Gleiches gilt für Nässe und Feuchtigkeit. Sie entziehen dem Körper Wärme durch Verdunstungskälte. Der Körper reagiert, indem er die Blutgefäße enger zusammenstellt und den Stoffwechsel verlangsamt. Dadurch kann die  körpereigene Abwehr weniger intensiv arbeiten.

Jetzt Winter-Handschuhe bei INTERSPORT.de kaufen

Darauf musst du beim Kauf von Winterhandschuhen achten

Im Allgemeinen müssen deine Winterhandschuhe Kälte und Nässe von dir fernhalten. Außenmaterialien können synthetisches Leder, Naturleder oder auch synthetische Stoffe aus Polyester oder Polyamid sein. Die meisten Handschuhe bestehen aus drei Lagen: Zwischen Innenfutter und Außenlage befindet sich eine halbdurchlässige luft-, aber nicht wasserdurchlässige Membran. Alle drei Lagen sollten gut miteinander verbunden sein. Achte außerdem auf eine atmungsaktive Wattierung und griffiges Material an den Handflächen.

  • Handschuhe aus Windstopper oder Softshell sind gute Allround-Winterhandschuhe, weil sie wärmen, eine gute Dampfdurchlässigkeit aufweisen, atmungsaktiv, leicht, dehnbar, flexibel und winddicht sind. Dazu trocknen sie schnell.
  • Naturleder hat den Nachteil, dass es langsamer trocknet.
  • Strick-Handschuhe eignen sich fürs Aprés Ski, leichte Wanderungen oder den winterlichen Alltag. Es gibt sie aus Naturwolle oder Polyacrylwolle. Die Naturfasern wärmen bis zu einem gewissen Grad auch noch, wenn sie feucht sind. Aber super robust sind sie nicht.
  • Polyacrylwolle ist leichter und auch pflegeleichter. Sie nimmt keine Feuchtigkeit auf, trocknet schnell, ist robust und besser geeignet bei häufigem Schneekontakt.
  • Es gibt übrigens auch aufheizbare Handschuhe. Hier sorgt ein leichter Akku für Strom.
  • Unterzieh-Handschuhe (“Liner”) aus Polyester, Merinowolle oder Seide sind sehr hautfreundlich, robust und wärmen auch im feuchten Zustand.

Merke: Je stärker ein Handschuh gefüttert ist, desto wärmer ist er, desto weniger Beweglichkeit haben die Finger und desto schlechter der Grip.

Wähle deine Handschuhe auch nach Sportart aus

Je bewegungsintensiver die Aktivitäten, desto dünner können die Handschuhe sein. Beim Winterwandern, Langlauf und Schneeschuhwandern eignen sich leichte Handschuhe aus synthetischen Funktionsfasern. Für die Pausen solltest du trotzdem wärmere Handschuhe einpacken.

Beim Wintersport schwitzen die Hände aufgrund der Bewegung. Wusstest du, dass sich ca. 500 Schweißdrüsen pro cm² in der Handinnenfläche befinden? Deine Handschuhe sollten Feuchtigkeit also gut von der Hand wegleiten (atmungsaktive Materialien!), sie müssen möglichst passgenau sein, dürfen nicht rutschen, keine Falten bilden oder Nähte haben, die die Blasenbildung an deinen Händen fördern könnte.

Bist du Snowboarder, sollten deine Handschuhe stabilisierende Manschetten am Handgelenk haben. 30% aller Verletzungen beim Snowboarden betreffen nämlich das Handgelenk.

Facts und Handschuh-Typen

Wusstest du schon, dass es Handschuhe schon seit über 3.000 Jahren gibt? Zunächst waren sie aus Fellstücken genähte Säcke, bevor sie eher Teil einer feierlichen Amtstracht wurden. Die gewerbliche Handschuhfabrikation begann im frühen 12. Jahrhundert.

So weit entfernt haben wir uns von den kleinen Säcken gar nicht. Zumindest, wenn man die Form betrachtet. Noch heute gibt es Fäustlinge, bei denen alle Finger bis auf den Daumen in einem Sack stecken. Fäustlinge zeichnen sich durch eine hohe Wärmeleistung aus, da die vier Finger sich gegenseitig wärmen.

Nachteil ist ganz klar die eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Deswegen wurden Klapp-Fäustlinge erfunden. Sie sind praktischer, denn die Tasche lässt sich nach oben klappen.  Noch mehr Bewegungsfreiheit, dafür aber eine geringere Wärmeleistung bieten Finger-Handschuhe.

Wie ein guter Winterhandschuh im Allgemeinen aufgebaut ist, kannst du dir nochmal genau in dieser Grafik anschauen.

Handschuhe

Gefällt dir der Beitrag?

Dann darfst du ihn gerne liken oder teilen:

The following two tabs change content below.
Melanie Melzer
Melanie ist Content Managerin in der INTERSPORT Digital Unit. Ihre große Leidenschaft ist es, die Welt zu bereisen. Genau das hat sie auch 2 Jahre lang getan. Über ihre Erlebnisse berichtet sie auf ihrem Blog "travel2eat.de".