“Harmony in Motion” – Yoga für Anfänger

Yoga beruhigt. Stress kann dabei verarbeitet und der schnellen Alltag vergessen werden. Aber kann jeder Yoga machen? Was bedeutet Namaste? Und auf was sollten Anfänger besonders achten? Wir klären die meist gestellten Fragen von Yoga-Anfängern.

INTERSPORT-Kollegin Julia ist zertifizierte Yoga-Lehrerin und gibt regelmäßig Kurse. Hier beantwortet sie Fragen, die sich Anfänger und Einsteiger häufig stellen:

1. Wie würdest du Yoga definieren?

Darauf könnt ich wahrscheinlich mit einem ganzen Roman antworten. Denn man kann den Begriff “Yoga” aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und dementsprechend gibt es auch verschiedenste Definitionen.

Eine der wichtigsten, die mir persönlich sehr gut gefällt:

“Yoga ist der Zustand, wenn der Geist zur Ruhe kommt.”

(aus Patanjali’s Yogasutra – das ist sozusagen die Yoga-Bibel)

Das heißt, bei Yoga geht es eigentlich nicht nur um Körperübungen oder darum, etwas bestimmtes zu tun – es ist vielmehr ein Zustand, den wir versuchen zu erreichen. Die verschiedenen Yogapraktiken (z.B. die Asanas (Körperübungen) oder auch Pranayama (Atemübungen)) helfen uns dabei.

2. Was bedeutet Namasté?

Namasté ist ein Grußwort aus dem Sanskrit, der Sprache des Yoga. Übersetzt bedeutet es: Ich verbeuge mich vor dir. Yogis sagen Namasté häufig am Ende einer Yogapraxis – dabei verbeugt man sich und bedankt sich, erweist Demut gegenüber dem Leben und der Möglichkeit, Yoga machen zu können, dem Lehrer und auch sich selbst.

3. Was ist das Ziel von Yoga?

Yoga hat das Ziel, den Geist zur Ruhe zu bringen. Die Asanas (Körperübungen) zusammen mit Paranyama (Atemübungen) helfen uns dabei auf mehreren Ebenen:

  • Spannungen an verschiedenen Stellen des Körpers lösen: beispielsweise im Schulter- und Hüftmuskular speichern wir negative Erfahrungen oft in Form von Verspannungen ab. Durch geeignete Asanas lösen wir diese Verspannungen. Dies wirkt sich dann wiederum physisch und psychisch positiv aus.
  • Das konzentrierte, längere Halten von Asanas und das Fließen durch dynamische Asana-Flows hilft uns, unser Kopfkino auszuschalten und einfach im Moment zu sein. Pranayama verstärken diesen Effekt noch. Ein Beispiel dafür ist die Ujjay-Atmung (Nasenatmung mit Zusammenziehen der Stimmritze, dadurch Rauschen im Kehlkopf), welche die Yogis während der Asana-Praxis verwenden.
  • Nebenbei gibt es natürlich auch rein körperliche, positive Effekte von Yoga. Die standen vor 3.000 Jahren in Indien eher
    nicht im Fokus, als Patanjali das Yogasutra schrieb. Aber sie sind heute der Hauptgrund, warum viele Menschen mit der Asana-Praxis beginnen:

    • Kräftigung und Dehnung der Muskulatur: so kann Yoga bei Rückenbeschwerden wie Bandscheiben-Vorwölbung helfen. Auch eine Skoliose kann mithilfe geeigneter Yogaübungen behandelt werden. Das Ischias-Syndrom kann durch Yoga geheilt werden, indem bestimmte Muskeln im Gesäßbereich gedehnt werden, sodass der Ischias-Nerv wieder frei ist.
    • Positive Wirkung auf das Herz-/Kreislaufsystem: man entwickelt eine bessere Kondition, wird fitter und leistungsfähiger.
    • Entgiftung: Verdauungsorgane, Leber, Galle & Co. werden zum Arbeiten angeregt. Hierbei helfen vor allem sogenannte Twists, also Asanas bei dem wir unseren Oberkörper drehen und dadurch die Verdauungs- und Entgiftungsorgane wie einen Schwamm auswringen.
    • Konzentrationsfähigkeit: Insbesondere durch Balance-Übungen lernen wir, uns wieder länger auf eine Sache zu konzentrieren und uns nicht so leicht abzulenken.

4. Kann jeder Yoga machen?

Ja, natürlich! Yoga ist so vielfältig, schon allein dadurch, dass neben Asana-Praxis ja auch Pranayama (Atemübungen), Meditation oder auch das Singen von Mantren zu Yoga gehören.
Und auch Asana-Praxis ist für jeden Menschen möglich – denn es gibt viele verschiedene Stile, dass für jeden etwas dabei ist. So ist z.B. Vinyasa-Yoga ein fließender, dynamischer Stil, der durchaus sportlich anmutet. Hatha-Yoga ist etwas ruhiger und Positionen werden länger gehalten – also nicht ganz so sportlich wie Vinyasa, aber immer noch kräftigend. Yin-Yoga ist ein total ruhiger, passiver Yogastil, bei dem es hauptsächlich um Entspannung geht und man jeweils über einen längeren Zeitraum (mehrere Minuten) in eine Position hineinsinkt. Und dann gibt es auch noch ganz ausgefallene Sachen wie Bikram-Yoga, wobei man in einem auf 40° erhitzten Raum Asana-Übungen macht – sehr gut für die Entgiftung.
Für Menschen mit speziellen körperlichen Gegebenheiten und Bedürfnissen gibt es in vielen Yoga-Studios oder auch in Physiotherapie-Praxen abgestimmte Yogaangebote, wie beispielsweise Schwangeren-Yoga (Pränatal) und Rückbildungs-Yoga (Postnatal) oder auch spezielle Back-Care Kurse für Menschen mit Rückenproblemen, die die Muskulatur im Rumpf sanft stärken.

5. Kann ich beim Yoga auch abnehmen?

Auf jeden Fall! Vor allem bei dynamischen Kursen (Vinyasa Yoga, Bikram Yoga). Sobald man ins Schwitzen kommt, ist definitiv Potenzial zum Abnehmen vorhanden.

6. Auf was sollte ein Anfänger am Besten achten? 

Am besten besuchen Anfänger zuerst einen Kurs. Viele Yogastudios und auch manche Fitness-Studios bieten spezielle Anfängerkurse an, in dem die Übungen gut erklärt werden und auf die korrekte Ausführung Wert gelegt wird. Das ist am Anfang sehr wichtig, denn mit der falschen Ausrichtung kann es leicht zu Verletzungen und körperlichen Beschwerden kommen. Die meisten Anfängerkurse sind in Vinyasa- oder Hatha-Yoga. Damit macht man am Anfang nichts falsch.

Es gibt natürlich auch auf YouTube ein paar gute Online-Lehrer und so etwas zu Hause auszuprobieren ist natürlich auch am Anfang erlaubt, aber immer mit Vorsicht! Das heißt nicht, nach Kopfstand-Videos zu suchen und diese dann nachzumachen, sondern gezielt nach Anfänger-Videos zu schauen, in denen alles gut erklärt wird.

Zu Hause braucht man dann natürlich die nötige Ausrüstung, welche in Studios in der Regel schon vorhanden ist. Die Matte ist obligatorisch. Zusätzlich empfehle ich für Anfänger unbedingt Blöcke (insbesondere zur Unterstützung aufrechten Sitzens) und gegebenenfalls einen Gurt.

das passende Yoga-Outfit findest du hier

7. Wie oft empfiehlst du Yoga, dass es effektiv ist? 

Generell gilt: So oft, wie es sich richtig anfühlt!

Damit es wirklich etwas bewirkt – egal ob körperlich oder in unserem Geist – ist mindestens einmal in der Woche empfehlenswert. Gern auch öfter, wenn man Lust und Zeit hat.

8. Hast du Yoga-Sessions auf YouTube, die du empfehlen kannst?

Ich selbst übe ganz gerne mit Erin Sampson von Five Parks Yoga, vor allem für dynamische Sessions. Ab und an mache ich auch gerne mal Yin-Yoga, um nach einem anstrengenden Tag einfach abzuschalten. Da nutze ich gern Yoga mit Kassandra.

The following two tabs change content below.
Juliane Hoffmann

Juliane Hoffmann

Juliane ist Social Media & Content Managerin in der INTERSPORT Digital Unit. Sie liebt es, neue Orte und Menschen kennenzulernen und lebt ganz nach ihrem Motto: Du kriegst, was du gibst, wenn du tust was du liebst ♡
Juliane Hoffmann

Neueste Artikel von Juliane Hoffmann (alle ansehen)

Comments are closed.