INTERSPORT Postleb: Warum Nachhaltigkeit mehr ist, als nur Energie zu sparen

Nachhaltigkeit könne nie eine Sache des finanziellen Aspektes sein, denn dazu wurde dieses Wort schon zur Genüge benutzt und missbraucht, sagt Peter Postleb, Geschäftsführer von INTERSPORT Postleb im pfälzischen Landau. “Nachhaltigkeit ist eine Sache der persönlichen Einstellung!”

Trotzdem hat Peter Postleb schon eine beträchtliche Summe in Nachhaltigkeit und damit auch in seine bzw. unser aller Zukunft investiert. “Es ist nicht die Frage, ob es sich finanziell lohnt, sondern wie wir unsere Welt, die wir für unsere Lebenszeit von unseren Ahnen geliehen haben, an unsere Kinder übergeben und ihnen Respekt und Achtsamkeit davor vorleben”, sagt der Geschäftsführer von INTERSPORT Postleb. Nachhaltigkeit muss aber nicht immer so teuer sein.
Du kannst auch ganz klein anfangen. Indem du auf Glas- statt auf Plastik-Behälter setzt zum Beispiel. Oder indem du immer ein paar Tüten bei dir trägst, sodass du keine (Plastik-)Tüte kaufen musst. Wusstest du übrigens, dass auch Einweg-Papiertüten eine schlechte Ökobilanz haben? Deswegen verkauft Peter Postleb in seinem Geschäft im pfälzischen Landau kompostierbare Tüten von tütle.de für 20 Cent. Die bestehen aus deutschem Altpapier, enthalten biologisch abbaubare Farbe und werden in einem geschlossenem Wasserkreislauf, der kaum Frischwasser benötigt, hergestellt. Das Beste: Die Tüten sind sind sogar bei Nässe super reißfest!

Bäume pflanzen statt Tüten verkaufen

Wer keine Tüte bei Postleb kauft, bekommt einen Stempel. Für 10 gesammelte Stempel pflanzt INTERSPORT Postleb zusammen mit der Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet einen Baum. Auf der Stempelkarte wird dann auch nochmal erklärt, dass Plastiktüten die Umwelt stark belasten, weil sie bis zu 500 Jahre brauchen, bis sie vollständig zerfallen.

Auf Plastik versucht Peter Postleb so gut es geht zu verzichten. Seine Bügel bestehen entweder aus Holz oder Gras. Ja, wirklich! Cortec hat gemeinsam mit der Firma Biowert einen Kleiderbügel entwickelt, der sich aus Odenwälder Wiesengras und einem Recycling-Kunststoff zusammensetzt. Das spart nicht nur bis zu 75% Kunststoff ein, sondern wirkt sich auch positiv auf die CO2-Bilanz aus.

Auf Holzügeln präsentiert er u.a. die Sachen von der extrem nachhaltigen Outdoor-Marke Vaude. Auch privat setzt er auf diese Marke. Denn Peter Postleb lebt Nachhaltigkeit – daheim und im Geschäft. So hat er selbst auch eine Photovoltaik-Anlage zu Hause, ernährt sich von Bio-Produkten und trennt seinen Müll strikt.

Aus alt mach neu

Außerdem verwendet er Briefkuverts, die aus alten Landkarten und Gutscheinkartendie aus recyceltem Papier hergestellt werden. Ganz neu im Sortiment: Die Holz-Gutscheinkarte “Glücksmomente”.

Glücksmomente beschert Peter Postleb nicht nur unserer Umwelt und seinen Kunden in seinem barrierefreien INTERSPORT Store, sondern auch seinen Mitarbeitern.

In regelmäßigen Teamsitzungen hört er sich die Sorgen und Nöte seiner Mitarbeiter an, geht auf sie ein und schlichtet auch schon mal Streits. Außerdem denkt er stets ein Stückchen weiter: Können die Store-Elemente auch von meinen Mitarbeitern getragen bzw. verschoben werden oder muss ich dazu extra einen Möbelpacker kommen lassen? Er beschäftigt außerdem einen 60-jährigen Hausmeister und gliederte zwei Mitarbeiter, die nach einem Burn Out zu ihm kamen, wieder erfolgreich in das Berufsleben ein. Auch das ist Nachhaltigkeit.

Er selbst litt übrigens ebenfalls bereits an Burn Out, schaffte es aber, sich mit der Hilfe seiner Frau, die Heilpraktikerin Psychotherapie ist, zu therapieren. Beide haben sich außerdem zum CiP Life & Systemcoach Advanced ausbilden lassenHeute arbeitet er deshalb nur noch von Montag bis Donnerstag – zwischen 8 und 15.30 Uhr. An den übrigen Arbeitstagen verlässt er sich voll und ganz auf sein Team. 

Seine Philosophie: Nur wenn Mitarbeiter Spaß an ihrem Job haben, können wir auf unsere vollen Ressourcen, Spaß und Lebendigkeit zurückgreifen und das auch an den Kunden weitergeben. Zum guten Arbeitsklima trägt auch seine Hündin Jala bei, die entweder im Büro schläft oder mit ihm zusammen durch den Laden läuft.

Aus alten Sachen etwas Neues machen: Das funktioniert auch bei der Dekoration. So präsentiert Peter Postleb seine Schuhe auf alten Weinkisten, nutzt alte Kronkorken als Untergrund für die Schaufenster-Puppen und streicht alte Holzpanelen neu an für die Wanddeko. Im Aufenthaltsraum für Mitarbeiter steht die alte Küche seiner Oma und im Lager hat er Omas Regale verbaut.

Kronkorken als Ladendeko

Postlebs Alltagstipps für mehr Nachhaltigkeit

  • alte Dinge aufwerten (neu streichen, als Deko verwenden etc.)
  • Glas statt Plastik-Behälter verwenden
  • immer Tüten parat haben
  • strikte Mülltrennung
  • Tassen verwenden statt To-Go-Becher
  • Suchmaschine ECOSIA nutzen: durchschnittlich 45 Suchanfragen führen zu einer Baumpflanzung. Bei jeder Suchanfrage wird rechts oben im Fenster  ein persönlicher Zähler angezeigt (ein kleiner Baum neben dem eine Zahl steht).
  • Ein Batterieprüfgerät kann den Verbrauch von Batterien fast halbieren, denn nur ein Teil der Batterien sind leer und der andere, noch gute Teil, kann weiterverwendet werden

Wer das Thema Nachhaltigkeit professionell angehen möchte, also so wie Peter Postleb sein Geschäft umrüsten will, muss natürlich ein bisschen Geld und Zeit investieren. Die “grüne Socke” von Landau freut sich immer über Nachfragen und steht jedem mit Rat und Tat gern zur Seite. In so einem beratenden Gespräch würde er seinem Gegenüber übrigens als allererstes das Du anbieten – “damit ich auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber sprechen kann”.

Hier kommen seine Tipps, wie du den Schritt in die Nachhaltigkeit am besten angehen kannst:

  • Kostenstruktur aufstellen: Wo will ich hin?
  • Ein erfahrener Energieberater spart viel Zeit, Geld und Nerven: Er kümmert sich um die Bürokratie, Verwaltung und sucht entsprechende Förderprogramme heraus, sodass der Aufwand für den Händler gering bleibt. “Wer viel Energie verbraucht, der muss dafür viel Geld, Emmisionsabgaben u. ä. entrichten”, so Postleb. “Wer dagegen sparsam mit den Ressourcen umgeht, erspart sich viele Belastungen und bekommt die technischen Ausrüstungen dazu noch bezuschusst.”
  • Ein Planer hat sich bei Peter Postleb v.a. um die Lüftungsanlagen gekümmert.
  • Eigenengagement – kreative Ideen/Inspiration sammeln
  • Deko recyceln (alte Weinkisten/Europaletten für Schuhpräsentation)
  • Nachhaltigkeit bedeutet auch: Weg von Preis-Schiene, hin zu Wertigkeit/Erlebnis/Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern
  • Story aus der ganzen Geschichte machen: Nachhaltigkeit ist ein ziemlich populäres Thema. Das kannst du prima als Werbung nutzen. Dazu betont Peter Postleb aber: “Das ist ein schönes und werbenützliches ‘Abfallprodukt’ meiner Bemühungen, die ich schon durchführte als das Thema Nachhaltigkeit noch kein Trend war. Folge davon war ja auch der uns verliehene Umwelt Award von der EHI für das beste Energiemanagement 2016 mit dem wir als kleiner Händler nicht nur auf Augenhöhe mit dem Konzernriesen Aldi Süd sind. Auf jeden Fall möchte ich viele motivieren unserem Beispiel zu folgen, damit wir am besten noch besser sind, als die gesteckten Klimaziele.”
  • Zu guter Letzt: Trau dich und spring ins kalte Wasser!

“Ich bin davon überzeugt, daß dies allein im Hinblick auf unsere Zukunft und die unserer Kinder, eine der wichtigsten und lohnendsten Investitionen ist! Wer will schon durch eine versteppte Landschaft gehen und seinem Kindern erklären, warum hier keine saftigen, rauschende, lebendige Wälder mehr wie früher sind? Wollen sie das? Ich glaube nicht!”, ist sich Peter Postleb sicher.

Er selbst hat jetzt erst einmal genug investiert: Sowohl privat also auch geschäftlich lebt er super nachhaltig. In Zukunft möchte er das Thema noch bekannter machen und andere dabei unterstützen.

Hast auch du Tipps für ein umweltbewussteres Leben? Dann lass es uns wissen!

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Melanie Melzer
Melanie ist Content Managerin in der INTERSPORT Digital Unit. Ihre große Leidenschaft ist es, die Welt zu bereisen. Genau das hat sie auch 2 Jahre lang getan. Über ihre Erlebnisse berichtet sie auf ihrem Blog "travel2eat.de".
Melanie Melzer

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