Mit den Pink Pearls beim Drachenbootrennen

Hallo zusammen, wir sind es mal wieder, die redblue Barracudas, das Drachenbootteam der INTERSPORT Deutschland eG. Sicher erinnert ihr euch an meinen Bericht von unserer Regatta-Teilnahme in 2016. Heute wollen wir darüber berichten, was wir auf der Regatta im Juli 2017 erlebt haben. Jetzt fragt ihr euch: Warum dauert das dann bis zum 20. Oktober, wenn ihr bereits im Juli an einer Regatta teilgenommen habt? Ganz einfach: Weil wir euch heute über ein Thema informieren wollen, das uns alle treffen kann und das heute ganz besonders im Fokus steht. Der Oktober ist seit 1985 der sogenannte “Monat für Brustkrebs-Bewusstsein” und der 20.10. der “World-Breast-Cancer-Awareness-Day”.

Gemeinsam in einem Boot

Wieso ist uns das Thema so wichtig, fragt ihr euch jetzt sicher.  Nun ja, da hat ein bisschen der Zufall mitgespielt. Aber von vorne: Wie jedes Jahr kam im Dezember 2016 die Ausschreibung zum Drachenboot-Cup hier in Heilbronn bei uns in der INTERSPORT-Zentrale an und wir haben uns direkt dazu angemeldet und unsere Startgebühr bezahlt. Als wir dann begonnen haben das Team zusammen zu stellen, mussten wir leider feststellen, dass parallel zur Regatta ein Betriebssport-Event in Österreich für die Mitarbeiter stattfand und sich das halbe Team dazu schon angemeldet hatte. Es war leider klar, dass wir so kein konkurrenzfähiges Boot hinbekommen werden. Tja, was nun?

Gemeinsam mit unserem Vorstandsvorsitzenden Kim Roether, der letztes Jahr auch mit gepaddelt hat, haben wir überlegt, was man mit der Teilnahme bzw. der bereits bezahlten Startgebühr machen könnte. Und dann haben wir uns daran erinnert, wer uns 2016 im ersten Rennen das Leben ganz schön schwer gemacht hat: die Pink Pearls der Union Böckingen! Eine Trainingsgruppe – Paddeln gegen Brustkrebs – in Heilbronn! Diese Gruppe wurde speziell für Männer und Frauen mit der Diagnose Brustkrebs ins Leben gerufen, denn Sport allgemein und speziell während einer Therapie ist genesungsfördernd – dies ist mittlerweile medizinisch belegt.

Für uns war klar, dass wir unsere Startgebühr an die Pearls spenden und ihnen dadurch die Teilnahme an der Regatta “sponsern” wollen. Allerdings hatten wir die Rechnung ohne die Pearls selbst gemacht… Unser Anruf bei Lea Simon, dem Boot-Captain der Pearls, hatte nämlich das Ergebnis, dass die Mädels uns mit in ihr Boot holen wollten. So ist die Renngemeinschaft zwischen den Pink Pearls und den redblue Barracudas entstanden.

Mit einem eigens für das Rennen entworfenen T-Shirt sind wir dann an den Start gegangen. Unsere Teamarbeit war von Erfolg gekrönt: Mit drei zweiten Plätzen mit den Zeiten von 56,75 Sekunden, 54,98 Sekunden und 54,52 Sekunden (neuer INTERSPORT-Rekord auf 100m) hatten sich die Trainingseinheiten mit den Mädels wirklich ausgezahlt.

Captain Lea feuert ihr Team an

Die Geschichte der Pink Pearls

Damit ihr einen besseren Einblick darin bekommt, wie das Thema „Sport nach Brustkrebs“ die Gründung der Pink Pearls ermöglicht hat, erzählt euch Lea Simon, wie der Sport die Genesung fördern kann:

„Die Diagnose Brustkrebs verändert schlagartig das Leben der Betroffenen, löst Unsicherheit und Ängste aus: Angst vor der Behandlung und den Nebenwirkungen, vor Schmerzen, vor dem Tod, Angst um die Familie. Im Allgemeinen kann eine Krebserkrankung mit zahlreichen körperlichen und seelischen Belastungen verbunden sein und zieht unter Umständen auch Veränderungen im familiären, sozialen und beruflichen Umfeld nach sich.

Der Sport gehört nachweislich zu den wichtigsten Bausteinen, um nach einer Krebs-Diagnose wieder den Schritt zurück ins Leben zu finden. So trägt körperliche Aktivität dazu bei, während und nach einer Krebstherapie Komplikationen und Nebenwirkungen abzumildern und das Rückfallrisiko zu senken. Zudem berichten aktive Patientinnen und Patienten weniger erschöpft und müde zu sein. Gerade dann, wenn Patientinnen und Patienten denken, sie müssen ihren Körper aufgrund der Therapie schonen, sollte Aktivität in den Alltag integriert werden. Körperliche Bewegung hat außerdem einen positiven Einfluss auf die Psyche- das Selbstbewusstsein wird gestärkt und eine soziale Isolierung wird verhindert. Zu viel Ruhe führt dagegen zu einem geschwächten Bewegungsapparat und Herz-Kreislauf-System und somit zu einem geringeren Immunsystem.

Kraft und Halt in einer schweren Zeit

Neben dem Sport hilft vielen Patienten auch der Austausch mit Gleichbetroffenen. Oft wird dies in den klassischen Selbsthilfegruppen angeboten und von Vielen auch gerne genutzt. Die Selbsthilfe trägt entscheidend dazu bei, dass kranke Menschen und ihre Angehörigen Krisen leichter bewältigen oder Schicksalsschläge besser annehmen können. Sie hat sich neben professionellen ambulanten und stationären Leistungen als anerkannte Säule des Gesundheitswesens etabliert. Was wir – die Pink Pearls – somit wöchentlich machen, ist eine gute Mischung aus beiden Bereichen. Wir machen zu festgelegten Zeiten zwei Stunden in der Woche gemeinsam Sport und nutzen die Gelegenheit uns untereinander auszutauschen. Bisher sind wir eine reine Frauenmannschaft, würden aber auch selbstverständlich einen erkrankten Mann in unsere Gruppe mit aufnehmen. Für die eine Paddlerin hat der Sport Vorrang, für andere steht das muntere Plappern über die Erkrankung /Erfahrungen oder Alltägliches im Vordergrund. Beides ist gewollt und soll gefördert werden. Auch gemeinsam Essen gehen oder eine gemütliche Rundfahrt durch die Heilbronner Innenstadt mit einer Pause in der Eisdiele oder das genüssliche Trinken einer Flasche Sekt ist hin und wieder bei uns Programm.

Die Metapher ‚wir sitzen alle in einem Boot‘ bekommt bei uns eine ganz andere Bedeutung und wird in unserer Gruppe gelebt. Bei unserer Sportart – dem Drachenboot fahren – gibt es ganz klar den Vorteil, dass alle Paddlerinnen die Möglichkeit haben, ihre Kraft selbst zu dosieren und trotzdem nicht wie bei anderen Sportarten langsamer zu sein oder sich ‚schlechter‘ als andere Teilnehmer fühlen zu müssen. Diese Gruppendynamik gibt den Frauen Kraft und Halt in einer schweren Zeit.“

Wenn ihr euch weiter über die Pink Pearls informieren wollt oder selbst einmal zu einem Treffen gehen möchtet, könnt ihr euch gerne direkt an die Pink Pearls wenden.

Die internationalen Aktionen rund um “World-Breast-Cancer-Awareness-Day” könnt ihr unter #breastcancerawarenessispink und #everymanhasamom verfolgen

Euer Alex

The following two tabs change content below.
Mareike Schultz

Mareike Schultz

Mareike ist Referentin der Unternehmenskommunikation und versorgt die Presse jederzeit mit den wichtigsten News über die INTERSPORT. Ihr größter sportlicher Erfolg war ein Triathlon vor zwei Jahren. Die Story dazu könnt ihr hier im Blog nachlesen.
Mareike Schultz

Neueste Artikel von Mareike Schultz (alle ansehen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.