OutDays by ISPO: Eine Nacht auf dem Gletscher

Schon mal gezeltet? Klar, oder? Als Kind im Garten, im Ferienlager oder als Erwachsener auf einem Festival oder auf dem Zeltplatz. Aber auf 3000 Meter auf einem Gletscher? Genau das haben wir gemacht: bei den OutDays by ISPO haben wir eine Nacht im Zelt auf dem Hintertuxer Gletscher verbracht und dabei direkt Ausrüstung von McKINLEY, Deuter und On getestet. 

Morgens um halb zehn in Österreich – genauer gesagt, direkt vor der Bergbahn in Hintertux. Mit unseren voll gepackten Deuter-AircontactRucksäcken warten wir auf die Teilnehmer des Events, insgesamt sollen wir rund 20 Personen sein, inkl. zwei erfahrener Bergführer. Kaum ist die Gruppe vollständig, geht es auch schon los mit einer ersten Einweisung – und einem ersten Kleidungswechsel. Denn zu Beginn starten wir auf den Gipfel und somit auch auf den Gletscher, was einfach gesagt heißt: wasserfestes Schuhwerk, Snowboardstiefel oder Gamaschen und natürlich Skihose und -stöcke. Nur mit dieser Ausrüstung würden wir die Wanderung trocken überstehen, meint der Bergführer. Gesagt, getan. Schnelles Umziehen und dann nichts wie ab in die Gondel.

Ganze drei Mal müssen wir hochgondeln, bis wir den Gletscher und somit den Schnee erreichen. Nicht nur Höhenmeter machen wir dabei mit, sondern auch einen recht großen Temperaturunterschied. Während es im Tal angenehm mild ist, kommt auf dem Gipfel eine warme Jacke von McKINLEY zum Einsatz.

OutDays ISPO

Angeleint in Klettergurten geht’s über den Gletscher

Und dann geht es auch schon los: eine weitere kurze Einweisung zum Thema Gletscherwanderung, Gletscherspalten und dem Abwärtsgehen im Schnee. Angeleint in Klettergurten gehen wir hintereinander über den Gletscher. Das nasse Eis schimmert herrlich und gefährlich blau. “Wo man gerade noch gehen konnte, kann am nächsten Tag schon eine Gletscherspalte sein. Durch das Schmelzwasser geht das ziemlich schnell”, so unser Bergführer. “Auf dem Berg gibt es kein vielleicht, es gibt nur ja oder nein. Wenn ich vielleicht sage, heißt es immer nein, da ein vielleicht meist tödlich endet.”

Und so geht es im Gänsemarsch erst quer über den Gletscher und dann bergab zur nächsten Gondelstation auf circa 2500 Meter. Diese liegt am Fuß des Gletschereises, danach beginnt der grüne Teil des Berges. Und genau hier werden wir unser Lager aufschlagen: zwischen der Bergbahn, am Fuß der Skipiste und somit direkt auf dem Gletscher.

Sonnencreme nicht vergessen!

Kleiner Tipp für Unerfahrene und Nicht-Skifahrer: Sonnencreme nicht vergessen! Ich hatte im Gesicht und an den Händen Sonnenbrand, trotz Bewölkung. So weit oben und durch den Schnee täuscht das leider immer etwas mit der Sonne.

Nach dem Mittagessen geht es dann auch schon an den Campaufbau. Zuerst heißt es: Schneeschaufeln. Um einen bequemen Schlafplatz zu haben, sollte der Boden nämlich möglichst eben sein. Die leichten Trekkingzelte Escape 20.2  von McKINLEY sind dank der zusammenhängenden Stangen super schnell aufgebaut und auch die selbstaufblasende Matte Trekker M25 Light ist direkt einsatzbereit. Nun kommen noch die Schlafsäcke und unsere Rucksäcke von Deuter ins Zelt und dann steht das Camp auch schon. 

So isolierst du dein Zelt auf dem Gletscher

Kleiner Tipp: eine Plane oder Rettungsdecke (aus dem Erste-Hilfe-Kasten) sind super Unterlagen für in oder unter das Zelt. So geht die Wärme nicht verloren und die Kälte kommt nicht in das Zelt.

Hier zeigt sich, wie groß der Vorteil unseres Deuter Aircontact Rucksacks ist. Nicht nur das große Volumen sind praktisch, der Rucksack ist auch noch 15% leichter, als andere Trekkingrucksäcke, lässt sich deshalb bequem tragen und ist dank der Frontöffnung für den engen Platz im Zelt super geeignet. Immer wenn wir dachten “hier wäre eine Schlaufe, Schnalle oder Tasche praktisch”, haben wir herausgefunden, dass der Rucksack diese schon besitzt. Außerdem bietet der Rucksack einen verstellbaren Rücken, was besonders bei kleineren Personen wie mir super praktisch ist, um das Gewicht richtig zu verteilen. Und so war es auch kein Problem für mich, den großen Rucksack auf langen Strecken zu tragen.

Expeditionsnahrung zum Abendessen

Zum Abendessen gibt es dann heißen Tee und Expeditionsnahrung. Und da war die Auswahl gar nicht so klein: von Gulasch über Kartoffelsuppe bis hin zu Hühnchen mit Curry oder Paella war alles dabei. Natürlich schön verpackt in Alutüten. Ich habe mich für Gemüserisotto entschieden. Einfach mit heißem Wasser aufgießen, etwas warten und fertig. Mein Fazit: Kann man essen, ist aber nicht mit selbst gemachten Risotto zu vergleichen. Auf den Nachtisch (Erdbeercreme) hätte ich verzichten können: viel zu künstlich und zu süß.


Nach dem Essen werden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt und schlüpfen daraufhin auch schon erschöpft von der Wanderung und Höhenluft in unsere Schlafsäcke. Es hat zwar immer noch rund 6 Grad auf dem Berg, diese fühlen sich aber aufgrund des Windes bitterkalt an. Trotz des Schlafsacks (der bis zu -6 Grad aushält), dem Zelt und der Isomatte, wird es immer wieder ziemlich kalt und die Nacht somit leider gefühlt ewig lang. Den Tipp vom Bergführer “nackt im Schlafsack zu schlafen, das wäre am wärmsten” hat wohl keiner wahrgenommen bei der Kälte. Nach dem ich geschätzte drei bis vier Stunden geschlafen habe, sehen wir uns gemeinsam den Sonnenaufgang gegen 6 Uhr an.

Das Camp ist genauso schnell abgebaut, wie aufgebaut und so sitzen wir gegen 8 Uhr schon beim gemeinsamen Frühstück in der Bergstation und lassen die Nacht Revue passieren.

Da der offizielle Teil für uns nun vorbei ist, geht es mit der Gondel zurück ins Tal, wo wir uns noch für eine Wanderung entscheiden – am Fuß des Berges hat es immerhin doch schon um wie 20 Grad und einen strahlend blauen Himmel, der zum Wandern einlädt.

Wanderschuhe von On im Test

Jetzt können wir auch noch die neuen On-Wanderstiefel richtig im Gelände testen. Die meisten kennen die bequemen Schuhe sicher als Lauf- oder Freizeitschuhe, mit denen es sich anfühlt, als würde man auf Wolken gehen. Genau mit dem Versprechen geht On nun in die Wanderschuhe über. Auch hier bleibt die charakteristische Sohle erhalten – der wir zunächst etwas skeptisch gegenüberstehen. Ob da keine Steinchen drin hängen bleiben? Das wird direkt getestet!

Und tatsächlich, auch nach mehreren Stunden hatten wir kein einziges Steinchen störend in der Schuhsohle hängen. Auch die kleine Bachüberquerung war für den wasserfesten Wanderschuh kein Problem. Die neuen Wanderschuh-Modelle von On sind also ideal für asphaltierte Wege, aber auch für Schotterpisten oder Waldwanderwege. Auch über Stock und Stein konnten sie uns überzeugen, lediglich auf glatteren Stellen (Gletschereis) sollte man etwas vorsichtig sein.


Mein Fazit zum Event
: Ein unvergessliches Erlebnis, das jeder einmal gemacht haben sollte. Der Sonnenauf und -untergang entschädigen die kurze, schlaflose Nacht und es ist ein unglaubliches Gefühl, einen ganzen Berg (fast) für sich allein zu haben. 

Das ganze Event kannst du dir auch nochmal in unserer Highlight-Story bei Instagram anschauen.

Laufschuhe von On: Wie ein zerschnittener Gartenschlauch zu einer Erfolgsstory wurde

Gefällt dir der Beitrag?

Dann teile ihn gerne oder empfehle ihn weiter :)

The following two tabs change content below.
Melanie Melzer
Melanie ist Content Managerin in der INTERSPORT Digital Unit. Ihre große Leidenschaft ist es, die Welt zu bereisen. Genau das hat sie auch 2 Jahre lang getan. Über ihre Erlebnisse berichtet sie auf ihrem Blog "travel2eat.de".