Schwimmstar Marco Koch im Interview

Vor kurzem haben wir einen Gruß des deutschen Schwimm-Teams von der Kurzbahnweltmeisterschaft in Doha erhalten. Nun haben wir mit Marco Koch, Vizeweltmeister über 200 m Brust, über den Trainingsalltag und seine Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft in Kazan im Juli gesprochen.

Steffie: Marco, es ist jetzt 10 Uhr morgens. Wie sieht eine normale Woche bei dir aus? Du gehst heute sicher noch zum Training, oder?
Marco: Ja, heute habe ich ausnahmsweise morgens frei, gehe heute Mittag aber noch zum Schwimmen. Ansonsten habe ich ca. 20 Stunden pro Woche Schwimmtraining, einige Stunden Krafttraining, Dehnübungen und was sonst noch dazugehört.

Steffie: Das ist wirklich beeindruckend, wenn man überlegt, dass wir „Schreibtischtäter“ die gleiche Zeit im Büro verbringen… Gibt es denn beim Training auch Dinge, die du lieber machst als andere?
Marco: Ja, Krafttraining mache ich ganz gerne, Dehnübungen mag ich nicht so. Und wenn wir im Sommer Laufen gehen, würde ich mich darum am liebsten drücken.

Steffie: Wie sieht denn das Training im Wasser aus? Trainierst du alleine oder im Team?
Marco: Die meiste Zeit bin ich mit dem Team der ersten Mannschaft des DSW Darmstadt beim Training. Ab und zu treffe ich Schwimmer aus verschiedenen Nationen in Graz bei unserem ehemaligen Bundestrainer. Ich schaue da gerne über den Tellerrand und hole mir Anregungen von anderen Teams oder Trainern.

Steffie: A propos andere Teams: Der Ungar Dániel Gyurta wird oft als dein größter Rivale betitelt. Wie sieht euer Verhältnis außerhalb des Beckens aus?
Marco: Also als Freunde würde ich uns nicht bezeichnen, weil einfach die Zeit fehlt, um sich richtig kennenzulernen. Aber wir gehen sehr respektvoll miteinander um, tauschen uns aus und hatten auch schon mal geplant, gemeinsam zu trainieren. Das ist dann leider wegen einer Verletzung ausgefallen.

Steffie: Auch im eigenen Team bist du aktiv und engagierst dich über die Deutsche Vermögensberatung für die Juniorenmannschaft. Wie kam es dazu?
Marco: Ich wurde, seit ich 19 bin, von der Deutschen Vermögensberatung unterstützt, deshalb besteht diese Verbindung schon eine Weile. Mit Paul Biedermann war auch damals schon eins meiner großen Vorbilder dort aktiv, und als ich das Angebot zur Patenschaft bekommen habe, musste ich nicht lange überlegen. Ich hoffe, dass wir über solche Aktivitäten den Schwimmsport wieder mehr nach vorne bringen und in ein paar Jahren noch besser aufgestellt sind.

Steffie: Wenn du gerade nicht beim Schwimmen bist – welche Sportarten interessieren dich am meisten?  Treibst du vielleicht sogar noch Sport außerhalb des Trainings?
Marco: Um andere Sportarten aktiv zu betreiben, fehlt mir schlicht und einfach die Zeit. Etwas wie Fußball wäre mir auch vom Verletzungsrisiko zu gefährlich. Ich spiele gerne, wenn auch nicht so gut, Tennis und schaue mir das auch gerne an.

Steffie: Du hattest vor kurzem Geburtstag – was wäre aus sportlicher Hinsicht dein schönstes Geschenk?
Marco: Ein schönes Geschenk habe ich mit der Vornominierung zur WM schon bekommen, die im Juli und August in Kazan stattfindet. Das heißt, ich kann mich jetzt voll aufs Training konzentrieren, ohne die Qualifikationsnormen schaffen zu müssen. Und das größte Ziel ist natürlich eine Medaille in Rio bei Olympia 2016. Darauf arbeite ich jetzt schon hin.

Steffie: Seit einiger Zeit stattet INTERSPORT das deutsche Schwimmteam außerhalb des Wassers mit der Exklusivmarke PRO TOUCH aus. Du hast jetzt die einmalige Chance, den Produktmanagern Anregungen weiterzugeben…
Marco: Ich bin mit den Produkten sehr zufrieden. Besonders die Fußballer-Hose, die an den Beinen etwas enger geschnitten ist, ist sehr bequem. Von daher – weiter so.

Steffie: Da werden sich die Kollegen freuen. Eine persönliche Frage habe ich noch zum Abschluss: Hast du einen Tipp fürs Schwimmtraining für Sport-Normalos, die sich auf einen Triathlon vorbereiten?
Marco: Ja klar – sie sollten die Schwimmetappe nicht zu intensiv anfangen und gefühlt entspannt aus den Armen schwimmen mit lockerem Beinschlag – denn die Beine werden ja beim Laufen und Radfahren noch beansprucht.

Steffie: Gut, dann werden wir versuchen, das bei unserer Triathlon-Vorbereitung auch zu berücksichtigen. Vielen Dank, Marco, für das Gespräch und viel Erfolg bei deinen kommenden Wettkämpfen!

The following two tabs change content below.

Stephanie Ortega

Neueste Artikel von Stephanie Ortega (alle ansehen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.