Skischuhe: Was du wissen und worauf du beim Kauf achten musst

Sie haben den Ruf, weh zu tun und unbequem zu sein. Aber fest steht auch: Ohne Skischuhe kannst du nunmal nicht Skifahren. Die gute Nachricht: Dank Thermoverformbarkeit und neuer Grip-Walk-Sohlen können die Stiefel sogar richtig angenehm am Fuß sein. Dafür musst du beim Kauf nur einiges beachten. Was das ist und warum der erste Eindruck bei der Anprobe oft falsch ist, das erfährst du in diesem Beitrag.

Beim Skischuhkauf ist vor allem eines entscheidend: Die Passform. Der Schuh ist das Bindeglied zwischen dir und deinem Ski. Passt er nicht, kannst du deinen Ski auch nicht optimal kontrollieren. Also lohnt es sich, beim Kauf Zeit mitzubringen.

Die Basics

Fangen wir von vorne an. Ein Skischuh besteht aus einer Plastikschale, einer Sohle, einem Innenschuh und noch einer Innensohle. Wie bequem dein Skischuh nun an deinem Fuß sitzt, hängt von der perfekten Passform der einzelnen Teile ab. Diese lassen sich heutzutage mit Hilfe von Wärme nämlich verformen und individuell auf jeden Menschen anpassen. Deswegen sollte dein Fuß im Laden zunächst einmal vermessen werden. Dafür gibt es in vielen INTERSPORT Stores den SCHUH COACH.

Profis wie der deutsche Skistar Felix Neureuther wollen ihre Skischuhe so klein wie möglich haben. Denn so können sie ihre Ski am besten kontrollieren. Deswegen haben die Skiprofis auch Servicemänner, die an den Stiefeln solange herumtüfteln, bis sie perfekt für den Fahrer sind. Aber natürlich haben sie die Stiefel auch nur für eine sehr kurze Zeit an.

Du hingegen trägst sie wahrscheinlich den ganzen Tag auf der Piste und dann auch noch beim Après Ski. Du willst also einen bequemen Schuh.

Bei der Anprobe: Der erste Eindruck trügt

Die meisten Menschen denken bei der ersten Anprobe eines Skistiefels: Der ist zu klein. Doch das ist er wahrscheinlich nicht. Denn du musst erst richtig in den Schuh reinrutschen und auch ein wenig in die Knie gehen. Schließlich machst du das auch beim Skifahren. Erst wenn deine Ferse ganz hinten ist, solltest du mit der großen Zeh nicht mehr vorn anstoßen. Bedenke außerdem auch, dass die Materialien mit der Zeit auch noch ein wenig nachgeben.

Dann gibt es da noch den sogenannten Flex Index. Dieser beschreibt die Steifigkeit des Schuhs nach vorne. Es gilt: je höher der Flex, desto steifer der Schaft. Ein steiferer Schuh bringt einen besseren Kontakt zwischen Fuß und Ski – so kannst du den Ski besser steuern.

Die Leistenbreite deines Fußes wirkt sich ebenfalls darauf aus, wie gut du deine Ski unter Kontrolle hast. Diese wird am Fußballen gemessen. Schmale Leisten sorgen für eine direkte Kraftübertragung, breite Leisten für mehr Komfort. Sportliche Fahrer wollen natürlich schmale Leisten haben. Haben sie die aber nicht, kann mit Hilfe einer individuellen Sohle noch einiges herausgeholt werden.

Schnallen von unten nach oben schließen

Den Schuh noch besser an deinen Fuß anpassen kannst du auch mit Hilfe der Schnallen. Ein klassischer Skischuh hat vier Schnallen, die du immer von unten nach oben schließen solltest. Für Kinder gibt es auch sogenannte Heckeinsteiger. In diese Schuhe kommen die Kleinen bequem rein, individuell an den Fuß anpassen lassen sie sich aber nicht.

Kinder-Skischuhe von Tecnopro kaufen 

Pflege und Lagerung

Skischuhe sind relativ leicht zu pflegen. Du solltest sie natürlich immer gut trocknen lassen. Dazu empfehlen wir dir, den Innenschuh herauszunehmen. Lager sie am besten in einer Skischuhtasche und setze sie keinen großen Temperaturschwankungen aus. Das heißt: Sie am Vorabend schon mal ins Auto zu packen, ist keine gute Idee. Dann steigst du am nächsten Morgen in einen total steifen Schuh. Eine Lagerung bei Zimmertemperatur verhindert diese unangenehme Erfahrung.

So ein Skischuh hält übrigens fünf bis sechs Jahre durch. Danach kann es schon mal vorkommen, dass die Schale bricht (in dem Material sind Weichmacher enthalten) oder der Innenschuh in keinem guten Zustand mehr ist.

Alles, was du für die Skisaison brauchst

Wusstest du schon…?

  • erste Kunststoffskischuhe gab es in den 60er Jahren, vorher waren sie aus Leder
  • die meisten Skischuhe werden in Montebelluna, Italien hergestellt (Dalbello, Fischer, Rossignol, Tecnica, Felix Neureuthers Schuhe von Nordica)
  • etwa 100 Personen halten ein Paar Skischuhe während der Produktion in den Händen
  • etwa 12 Arbeitsschritte sind notwendig, um einen Innenschuh per Hand zusammenzunähen
  • bis zu 320 Einzelteile werden verarbeitet
  • nach einer Stunde ist ein Paar Skischuhe fertig
  • trotz Digitalisierung ist Handarbeit noch sehr gefragt
  • Quelle: “DSV aktiv” Magazin

Bindungseinstellung

Hast du deinen perfekten Skischuh gefunden, dann brauchst du ihn unbedingt, um deine Skibindung richtig einstellen zu können. Bring deine Skischuhe also immer auch zum Kauf oder Leih (Stichwort INTERSPORT RENT) von Skiern mit. Denn nur mit den korrekten Maßen des Schuhs kann die Auslösefunktion in der Bindung richtig eingestellt werden. Und wie du ja weißt, gilt: Safety first.

Worauf es bei der Bindungseinstellung ankommt, erklärt dir unser INTERSPORT-Fachmann im Video…

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Melanie Melzer
Melanie ist Content Managerin in der INTERSPORT Digital Unit. Ihre große Leidenschaft ist es, die Welt zu bereisen. Genau das hat sie auch 2 Jahre lang getan. Über ihre Erlebnisse berichtet sie auf ihrem Blog "travel2eat.de".

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