Sohlen und Pflege: Was du beim Kauf von Fußballschuhen beachten musst

Fußballschuh ist nicht gleich Fußballschuh. Es gibt viele verschiedene Modelle, die auf unterschiedliche Bedürfnisse angepasst sind. Um dir die Wahl zu erleichtern, haben wir zusammengefasst, auf was du beim Kauf achten musst und geben dir viele (Pflege-)Tipps.

Das A und O: die Sohle

Wichtigstes Auswahl-Kriterium: Auf welchem Untergrund spielst du? Lieber draußen auf Natur– oder Kunstrasen, auf einem Hartplatz oder doch lieber in der Halle? Danach richtet sich der Sohlentyp deiner Fußballschuhe. Genauso wenig wie sich Hallenschuhe ohne Nocken und Stollen für den Rasen eignen, empfiehlt es sich, mit Stollenschuhen drinnen zu spielen. Warum? Erklären wir dir hier.

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Fester Untergrund

Bist du ein Naturrasen-Spieler, dann solltest du auf eine Firm-Ground-Sohle (FG) mit gleichmäßig verteilten Nocken setzen, die relativ weit auseinander stehen.

Weicher Untergrund

Auf Regen folgt oft… Matsch: Soft-Ground-Sohlen (SG), die sich dank langer Schraubstollen in nasse bis weiche Böden graben und auswechselbar sind, ermöglichen es dir, deine Schuhe auf den jeweiligen Untergrund anzupassen. Die Stollen sollten weit auseinander stehen, damit sich Dreck- und Grasklumpen nicht so leicht in den Zwischenräumen festsetzen können.

Künstlicher Untergrund

Mit einer Nocken-Sohle hast du auf trockenem Kunstrasen, auch Artificial-Ground (AG) genannt, und Hartplätzen einen optimalen Halt. Breite und kurze Nocken helfen, das Gewicht gut zu verteilen und eine große und gleichmäßige  Auflagefläche zu schaffen.

Eine Hard-Ground- (HG) oder Turf-Sohle (TF) eignet sich mit ihren vielen kleinen Noppen gut für Ascheplätze, Asphalt und kurzen Kunstrasen. Die weichen und großflächig verteilten Noppen können den Druck ideal verteilen und bieten somit optimale Dämpfung auf trockenen und härteren Plätzen. Wer noch mehr Abfederung braucht kann sich zusätzlich eine Zwischensohle aus EVA (leichtes Kunststoff-Material) in den Schuh legen.

Hallenfußballer brauchen eine glatte Indoor-Sohle (IN), die nicht abfärbt und zuverlässigen Halt bietet. Auch hier kann eine zusätzlich Zwischensohle aus EVA für noch mehr Dämpfung sorgen und damit die Gelenke schonen.

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Faustregel

Generell gilt also: Nocken eignen sich für harten Untergrund (FG, Firm Ground). Sie sind entweder aus Gummi oder Kunststoff und fest mit der Sohle verbunden. Nockenschuhe zählen zur Grundausstattung eines jeden Fußballers.

Auf Stollen solltest du setzen, wenn du auf weichem bzw. aufgeweichtem Untergrund wie Rasenplätzen kicken möchtest (SG, Soft Ground). Stollen sind austauschbar und bestehen aus Gummi, Keramik, Aluminium oder Kunststoff. Achtung: Bei Stollenschuhen ist die Verletzungsgefahr hoch.

Multinoppen sind die richtige Wahl für für Asche- oder kurze Kunstrasenpläze.

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Zweite wichtige Anforderung: fester Halt

Du hast den richtigen Sohlentyp für dich gefunden. Nun kommt es auf die Verarbeitung des Schuhs an. Achte beim Schuhkauf auf jeden Fall auf gut verarbeitete Nähte und die perfekte Passform. Die Schuhe sollen eng am Fuß sitzen, aber dürfen auf keinen Fall drücken.

Unser Tipp: Laufe ruhig im Store deiner Wahl herum, um ein Gefühl für den Schuh zu bekommen. Beachte, dass deine Füße durch die Anstrengung beim Fußballspielen breiter werden – kaufe also niemals Schuhe, die dir keinen Bewegungsspielraum mehr lassen. Generell solltest du Schuhe immer erst am Nachmittag oder Abend kaufen, da deine Füße dann etwas breiter sind.

Geschmackssache: Material

Ob du dich für einen Leder- oder Kunststoff-Schuh entscheidest, ist deine Sache. Leder ist natürlich super robust und damit lange haltbar. Der populärste Fußballschuh aller Zeiten, der adidas Copa Mundial, besteht beispielsweise aus besonders strapazierfähigem Känguru-Leder. Außerdem passt sich ein Lederschuh besser an den Fuß an, als ein Schuh aus Kunststoff.

Aber auch Kunststoff-Schuhe haben ihre Vorteile: Sie sind leichter, benötigen keine extra Pflege und weisen Wasser besser ab.

Spielposition

Als ob das nicht genug wäre: Es gibt einen weiteren Faktor, den du beim Kauf von Fußballschuhen beachten kannst. Ambitionierten Kickern empfehlen wir, die Schuhe auch nach Spielposition auszuwählen:

Torhüter brauchen besonders guten Halt und eine große Schussfläche. Auf besonders leichte Schuhe müssen sie nicht zwingend achten, denn die Laufwege sind ja eher kurz. Wichtiger ist die Stabilität bei seitlichen Bewegungen. Außerdem sollten die Schuhe natürlich die Sprungkraft des Torhüters unterstützen. Ganz im Gegensatz zu offensiven Spielern, die leichte Schuhe mit einer guten Traktion brauchen, um besonders gut sprinten zu können.

Besonders strapazierfähige, stabile und vor allem rutschfeste Schuhe sind bei Verteidigern gefragt. Mittelfeld-Spielern legen wir Modelle mit asymmetrischer Schnürung und gepolsterter Schussfläche ans Herz.

Nicht unwichtig ist außerdem die Traktion. Mit Hilfe einer optimalen Traktion lassen sich intensive Bewegungen wie abruptes Stoppen, Beschleunigen oder ein Richtungswechsel schnell ausführen, sodass eine hohe Kraftübertragung vom Sportler auf den Boden stattfindet. Das bedeutet, dass die Kraft auf den Boden übertragen und wieder zurückgegeben wird. So kann der Spieler blitzschnell die Richtung wechseln und optimal beschleunigen.

Sockenschuhe

Besonderheit: Sockenschuhe

Zu guter Letzt wollen wir die sogenannten Sockenschuhe hier nicht unerwähnt lassen. Wie der Name schon sagt, sind das Fußballschuhe mit einer sockenähnlichen Konstruktion und Passform. Diese speziellen Modelle gibt es bereits seit 2014. Mario Götze erzielte mit dem Sockenschuh Magista Obra von Nike das Siegertor im WM-Finale 2014 gegen Argentinien. Und zwar mit einer SG-Pro-Sohle – das ist eine Stollenmischung aus Soft Ground und Firm Ground.

Die Socke ist übrigens kein Ersatz für die normalen Socken bzw. Stutzen, die der Spieler weiterhin zusätzlich tragen sollte. Sie bildet vielmehr eine Stütze für den Knöchel und schützt den Fuß so besser vor Verletzungen.

Bei vielen Socken- und hochpreisigen Fußballschuhen verzichten die Hersteller heutzutage auf die Schnürung. Das hat zum einen optische Gründe, zum anderen kann so ein besseres Ballgefühl gewährleistet und Druckstellen vermieden werden. Bei seinem aktuellen Fußballschuh Phantom hat Nike die Schnürung versteckt. Die sogenannten Ghost Laces lassen sich in einem Zug festziehen und verschwinden dann unter dem Obermaterial.

 

Welche Schuhe sind die Top-Scorer? Hier geht's zum Boot-Ranking

 

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Pflege-Tipps

Du hast deine Schuhe nun endlich in der Einkaufstüte und freust dich auf den ersten Einsatz. Achte darauf, sie daheim offen und bei Raumtemperatur zu lagern.

Nach dem Spiel oder Training ist dann Handarbeit angesagt: Deine Schuhe solltest du mit klarem oder Seifenwasser abspülen und den Dreck mit einer weichen Bürste entfernen. Die Waschmaschine ist keine Option, wenn du planst, lange Freude an deinem Neuerwerb zu haben. Die durch Gummiabrieb entstandenen Streifen bekommst du mit einem Radiergummi leicht wieder weg.

Nasse Schuhe kannst du mit Zeitungspapier ausstopfen – so trocknen sie besser und bleiben gleichzeitig in Form. Alternativ kannst du auch einen Schuhspanner verwenden. Achtung: Holzschuhspanner neigen dazu, zu schimmeln. Daher empfehlen wir dir Plastikschuhspanner. Stelle deine Fußball-Schuhe zum Trocknen nie auf die Heizung: Die Hitze könnte den Schuhkleber lösen und das Leder brüchig werden lassen!

Bevor du mit der Pflege deiner nun sauberen Schuhe beginnst, solltest du sicherstellen, dass sie auch wirklich trocken sind. Dazu am besten Schnürsenkel und Einlegesohlen entfernen.

Damit Lederschuhe flexibel bleiben, keine Risse bekommen und Wasser besser abweisen, empfehlen wir, sie regelmäßig mit Lederfett und -Balsam einzuschmieren. Kunststoff-Schuhe kannst du mit einer speziellen Pflegeemulsion behandeln.

Falls vorhanden: Hin und wieder kannst du auch mal die Gewinde der Schraubstollen ölen.

Was tun bei Stinkeschuhen?

Deine Schuhe solltest du natürlich immer gut auslüften lassen. Riechen sie trotzdem streng, kannst du Handdesinfektionsmittel in die Schuhe sprühen – das tötet die Bakterien ab. Oder du verteilst Backpulver in deinen trockenen (!) Schuhen, lässt es einen Tag einwirken und saugst es dann heraus. Achtung: Die Einlegesohle vorher rausnehmen!

 

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Melanie Melzer
Melanie ist Content Managerin in der INTERSPORT Digital Unit. Ihre große Leidenschaft ist es, die Welt zu bereisen. Genau das hat sie auch 2 Jahre lang getan. Über ihre Erlebnisse berichtet sie auf ihrem Blog "travel2eat.de".

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