Vom schweren Weg zurück ins Lauftraining

HM_BerlinSonntag, 3. April 2016, Berlin Halbmarathon. Ich komme in einer Zeit von 2:04 Std. ins Ziel. Fühle mich einfach nur happy. Darauf kann ich aufbauen, um irgendwann doch noch einmal die zwei Stunden Marke zu knacken. 12 Wochen später melde ich mich zum Firmenlauf am 28. Juli in Heilbronn an. Die Distanz: 5,75 Kilometer. Eigentlich leicht zu schaffen. Nur leider ist meine Laufmotivation nach Berlin rapide gesunken. Drei, vielleicht vier Mal bin ich locker ausgelaufen. Das war’s seitdem.

Ziel setzen
Also gut, was kann ein ambitioniertes und trotzdem machbares Ziel sein? Den Firmenlauf in 30 Minuten zu packen? Ist zumindest eine einprägsame Hürde. Mit Blick auf den Kalender bekomme ich einen Schreck: Es sind nur noch 24 Tage bis zum Start. Dann sollte es wohl langsam mal losgehen mit meinem Training. Ich nehme mir vor, mit einer lockeren Sieben-Kilometer-Runde auf meiner Hausstrecke zu starten. Das gibt Sicherheit und hat sich vor Berlin ja auch bewährt.

Und los geht’s
Laufshirt und Laufhose passen noch, gut so. Stelle fest, dass mein Halbmarathon-Chip für die Zeitmessung noch an meinem rechten Schuh geschnürt ist. Jetzt nicht aufhalten lassen. Fehlt noch die Laufuhr. Verdammt. Akku ist leer. Wann war ich noch gleich zuletzt laufen? Egal, lasse mich jetzt nicht runterziehen. Dann muss eben das Handy mit der Runtastic-App herhalten. Die ersten Meter sind eine Qual. Es hat 26 Grad und ist schwülwarm. Gar nicht mein Wetter. Ich pumpe. Locker bleiben, denke ich. „Qualität kommt von Qual.“ „Aller Anfang ist schwer.“ „Quäl dich, du Sau.“ Mir schießen zig Motivationssprüche durch den Kopf. Ich pumpe noch mehr. Kein Trinken dabei. Anfänger.

Durchhalten
Auf der Hälfte der Strecke höre ich Musik. Auch das noch. Müssen die gerade heute ihr lustiges Hoffest feiern? Ich sehe das leckere Spanferkel schon förmlich auf meinem Teller und lechze nach einem erfrischenden Kaltgetränk. Für einen kurzen Moment überlege ich, ob ich anhalten und um ein Radler bitten soll. Beschließe dann aber, dass ich das noch nicht verdient habe und laufe weiter. Noch rund drei Kilometer. Auf dem Weg kommt mir Auto um Auto entgegen. Ich weiß genau, wo ihr hinwollt. Ihr Feierbiester. Endlich erreiche ich den Park. Noch ein Kilometer. Meine linke Brust fängt an zu stechen, mein Nacken schmerzt, die Beine sind schwer. Ich widerstehe nur knapp meinem Verlangen, mich am kühlen Nass des Brunnens zu laben und taumele die letzten Meter nach Hause.

IMG_0148Schweinehund überwunden – für heute
Ich bin fertig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Was sagt die App? 7,7 Kilometer bei einem Schnitt von 6:07 Minuten je Kilometer. Hey, gar nicht so schlecht. Hat sich langsamer angefühlt. Jetzt: Trinken. Und dann? Noch beim Dehnen beschließe ich: Übermorgen geht`s weiter, auf die zehn Kilometer Runde.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Michael Steinhauser

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