Von der Trainingsmotivation durch einen Laufschuhkauf

Frage an euch: Was gibt es Schöneres, als nach einem langen Arbeitstag auf der Terrasse in der Abendsonne zu sitzen und bei einem Glas Wein zu entspannen? Ein EM-Halbfinale mit Portugal schauen? Gilt seit ein paar Tagen nicht mehr für mich. Laufen gehen, Kopf frei pusten – das ist die Devise. Die zweite Trainingseinheit für den Firmenlauf in Heilbronn steht an.

Neue Laufschuhe
IMG_0192Und heute bin ich besonders motiviert. Habe mir nämlich extra neue Laufschuhe gekauft. Zu Besuch bei unserem Händler INTERSPORT Güvenc in Witten hat mich der Asics Gel DS Trainer 21 angelacht. Der ist das leichte Wettkampfpedant zu meinem bisherigen Trainingsschuh und soll mich angeblich richtig schnell machen. Bin gespannt. Jedenfalls brenne ich darauf, meine neuen Schuhe gleich auszuprobieren. Bei der Schnürung verzichte ich auf spezielle Tricks und binde ganz klassisch. Ist ja erst einmal „nur“ Training.
Außerdem stecke ich mir einen Liquid-Energy-Beutel ein. Man weiß ja nie. Ziel sind heute schließlich zehn Kilometer und es ist noch recht warm. Auf geht’s. Die ersten Meter sind immer noch eine Überwindung. Es dauert etwas, bis ich eingelaufen bin, aber dann merke ich doch so etwas wie eine leichte Beschwingtheit. Die Schuhe passen bis hierhin jedenfalls perfekt. Was mich unheimlich beruhigt, denn auf geschundene Füße habe ich so gar keinen Bock. Das gleichmäßige Klackgeräusch beim Auftreten lässt mich schnell in einen guten Lauf-Rhythmus kommen.
Mein Weg führt mich hinaus in die Abendstimmung, vorbei an Erdbeerfeldern, die verlockend duften, vorbei an Weizenfeldern, durch eine kleine Siedlung hinauf auf eine Anhöhe. Damit habe ich den höchsten Punkt meiner Runde geschafft. Jetzt kommt der Geschwindigkeitstest für meine Asics: eine 400 Meter Rampe hinab nach Klingenberg. Bin beeindruckt, wie schnell ich laufen kann. Die Schuhe gehen echt ab und trotzdem fühle ich mich darin absolut trittsicher. Könnte eine ganz ordentliche Zeit werden heute.

Voller Energie
Ungefähr auf der Hälfte der Strecke reiße ich vorsichtig meinen Liquid-Energy-Beutel auf. Das ist jedes Mal eine diffizile Sache. Ziehst du zu stark, hast du die klebrige Masse überall am Körper, nur nicht im Mund. Ziehst du zu schwach, ist die Öffnung an der Packung zu klein und du lutschst eine halbe Ewigkeit daran herum, bis überhaupt irgendetwas davon rauskommt. Heute gelingt mir das Aufreißen leidlich gut. Wenigstens landet alles da, wo es hingehört.
Gerade als ich mich an der (viel zu) süßen Paste gestärkt habe, taucht an der nächsten Kreuzung von rechts ein junger Jogger auf. Sein Trainingsoutfit ist eher leger, Fußballstyle, weites Trikot und Hose, Knopf im Ohr. Er läuft einen leichten Laufschuh von Nike in Flyknit-Technologie. Ich beschließe, mich dranzuhängen, merke aber schnell: Der ist ja langsamer als ich. Sind das die neuen Schuhe, ist es die pure flüssige Energie, die ich eben getankt habe? Ich fliege förmlich gazellengleich an ihm vorbei. Gut, ich schnaufe dabei wie ein Elefant, aber das gehört bei mir traditionell dazu. Sonst hat der Gegner ja keinen Respekt.
Bei der folgenden Kurve blicke ich mich noch einmal kurz um. Nein, der holt mich im Leben nicht mehr ein. Weiter geht’s am Neckar entlang gen Ziel. Ich atme die frische, kühle Luft des Flusses, sauge die sommerliche Brise von Gräsern und Sträuchern auf, die geschwängert von der schweren Süße der Wiesenblumen ein eigentümliches Gefühl von Freiheit vermitteln. Irgendwie stellt sich eine leichte Euphorie bei mir ein. Zumindest genug Euphorie, um mich den letzten Kilometer den Berg hinauf zurückzutragen. Das zieht sich doch ganz schön, aber ich ziehe ebenfalls durch.

Fazit
IMG_0195Nach genau neun Kilometern bin ich am Ziel. Nur neun? Egal. Zwar bin ich nicht ganz an die zehn rangekommen, aber ich fühle mich trotzdem richtig gut ausgepowert in meinen neuen Asics. Und Kollege Güvenc hatte recht: Die sind echt schnell. So meine ich zumindest. Ich schaue auf die Zeit: 5:51 Minuten pro Kilometer. Das ist 16 Sekunden im Schnitt besser als noch vor zwei Tagen und dazu auf einer längeren Strecke. Einfach nur geil.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Michael Steinhauser

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