„Wer einmal gut Ski gefahren ist, wird das so schnell nicht verlernen“ – Felix Neureuther im Interview

Während die Skirennfahrer inzwischen mitten in den Wettkämpfen der Wintersaison 2015/16 stecken, können sich auch Hobbysportler endlich über den ersten richtigen Schnee freuen. Damit steigt die Lust aufs Skifahren bei Jung und Alt. Wir haben Profi-Rennläufer und Testimonial der Initiative „Sicher im Schnee“ Felix Neureuther vorab zum Interview getroffen und gefragt, wie er sich aufs Skifahren vorbereitet und welche Tipps er speziell für das ältere Semester der Skifahrer hat.

Felix, vom Büro einfach auf die Piste wechseln ist keine gute Idee. Vielen Skifans sind aber Skigymnastik-Kurse in der Volkshochschule zu langweilig. Wie kann man sich als Freizeitsportler auf die neue Skisaison vorbereiten?

Felix: Die Herausforderung ist, das ganze Jahr über fit zu bleiben. Das gilt ja nicht nur für den Wintersport. Wie heißt es so schön? Sport ist die beste Medizin. Das ist doch auch ein INTERSPORT-Motto, richtig? Ist der Körper in Form, reduziert sich auch das Verletzungsrisiko auf der Piste. Ich gehe im Sommer zum Beispiel viel schwimmen, radfahren und lege viel Wert auf Krafttraining und Balanceübungen. Jeder sollte verinnerlichen, dass im Prinzip jede Sportart hilft, sich auf die neue Skisaison vorzubereiten. Hauptsache man bewegt sich.

Viele Menschen, die früher Ski gefahren sind, es aber aus beruflichen und familiären Gründen aufgegeben haben, entdecken es später wieder. Was rätst du Wiedereinsteigern?

Felix: Bitte bloß nicht das alte Material von vor 20 Jahren zum Wiedereinstieg nutzen! Die neue Skigeneration ist Dank Rockertechnologie deutlich leichter und kraftschonender zu fahren. Im Idealfall nehmen Wiedereinsteiger noch einmal an einem Skikurs teil oder suchen sich einen eigenen Skilehrer. Das hilft besonders auch Wiedereinsteigern nach einer Verletzung, um Vertrauen aufzubauen.  Das ist dann fast wie beim Fahrradfahren: Wer einmal gut Ski gefahren ist, wird das so schnell nicht verlernen. Mit einem Skikurs bekommt man wieder Sicherheit und dann kann’s losgehen.

Ältere Generationen haben ganz anders Ski fahren gelernt als es heute gelehrt wird. Sollte man dann umlernen?

Felix: Ich sehe an meinen Eltern, dass die auch noch immer „Old School“ fahren, mit der engeren Skiführung von früher. Trotzdem haben sie natürlich die Möglichkeiten des neuen Materials voll verinnerlicht. Das Schöne ist doch, dass wir in den Skischulen nicht mehr wie früher in ein enges Skischulkonzept gedrängt werden, sondern jeder individuell geschult und nach seinen Wünschen und Möglichkeiten individuell unterrichtet wird. Das ist für mich neben der Carver-Technologie die große und positive Neuausrichtung im Skisport

Und was sagst du Menschen, die mit über 50 das erste Mal auf Ski oder Snowboard steigen wollen? Gibt’s da eigentlich eine Obergrenze, bis wann man Skifahren lernen kann?

Felix: Klar kann man mit 50 Jahren noch anfangen, aber nie im Selbstversuch, sondern mit professioneller Hilfe einer Schneesportschule. Gerade in solchen Fällen hilft das neue Skimaterial, die einzelnen Lernschritte schnell, ungefährlich und zielgruppenorientiert zu bewältigen. Da hat sich in den letzten 20 Jahren unglaublich viel verbessert.

Gibt es Dinge, die speziell ältere Skifahrer beachten sollten?

Felix: Nicht eitel sein. Heute fährt man mit Helm und entsprechend neuer Ausrüstung. Außerdem bitte nicht übertreiben und rechtzeitig zum „Einkehrschwung“, um zu regenerieren. Skifahren kann echt anstrengend sein, gerade wenn man vielleicht länger nicht gefahren ist. Das Naturerlebnis am Berg  und die Geselligkeit sind doch ein ebenso wichtiges Element wie der Kick auf der Piste. Alles zu seiner Zeit!

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Mareike Schultz

Mareike Schultz

Mareike ist Referentin der Unternehmenskommunikation und versorgt die Presse jederzeit mit den wichtigsten News über die INTERSPORT. Ihr größter sportlicher Erfolg war ein Triathlon vor zwei Jahren. Die Story dazu könnt ihr hier im Blog nachlesen.
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